Archiv für August 2010

Eine indische Geschichte

Montag, 09. August 2010

Ein Mann stirbt und hinterlässt seinen Söhnen siebzehn Elefanten. Im Testament hat er festgelegt: der älteste Sohn bekommt die Hälfte, der zweitgeborene ein Drittel und ein Neuntel soll der jüngste erhalten. Die Söhne überlegen hin und her, wie das gehen soll, aber es fällt ihnen keine Lösung ein. Die Söhne schimpfen auf den Vater, der wohl nicht mehr richtig bei Verstand gewesen ist, als er dieses Testament gemacht hat, sie streiten sich untereinander und sind schon dabei, einen der Elefanten zu töten, um besser teilen zu können, als ein Fremder des Weges kommt. Dieser hört sich die Geschichte an und sagt darauf: Nehmt meinen Elefanten zu den siebzehn hinzu, dann könnt ihr teilen, wie es im Testament steht. Die drei können gar nicht begreifen, wie der Fremde so großzügig sein kann, aber sie machen sich sofort ans Werk. Nun haben sie achtzehn Elefanten: Der erstgeborene bekommt die Hälfte davon, also neun, der zweitälteste ein Drittel, also sechs und der jüngste ein Neuntel, also zwei. Macht zusammen siebzehn. Die drei Brüder sind überglücklich und danken dem Fremden. Der nimmt den übriggebliebenen Elefanten, seinen eigenen, den achtzehnten, und geht seines Weges.

Jeder kennt das. Manchmal fehlt uns einfach ein wichtiges Teil, damit unsere Rechnung aufgeht. Gut wenn es dann einen Fremden gibt, der hilft. (Und wieder weggeht, hinterher.)