Archiv für Januar 2010

Menschen bei Maischberger

Donnerstag, 28. Januar 2010

Ein Abend vor dem Fernseher.

„Die Gesundheitsdiktatur – macht zuviel Vorsorge krank?“, das war das Thema in der Sendung „Menschen bei Maischberger“, wobei dann von Gesundheitsdiktatur nicht mehr die Rede war. Es ging eher darum, ob wir ein Volk von Hypochondern sind. Denn der Durchschnittsdeutsche, so hatten es die Zeitungen in den letzten Tagen gemeldet, geht 18 mal im Jahr zum Arzt und die Besuche beim Zahn- oder Augenarzt sind da noch nicht mitgerechnet. Sandra Maischberger hatte dazu Hartmut, einen „bekennenden Hypochonder“ eingeladen, der allerdings auch nur 25 mal im Jahr den Arzt besucht, der Augenarzt diesmal mit eingerechnet. Überhaupt enttäuschte Hartmut ein bisschen, weil man immer das Gefühl nicht los wurde, dass es ihm mit seiner Hypochondrie in erster Linie darum geht, vorzeitig in den Ruhestand versetzt zu werden (was ihm mit 48 Jahren dann auch gelungen ist).

Es gibt sie nämlich wirklich, die Hypochonder, und das sind keine eingebildeten Kranken sondern Menschen, die tatsächlich krank sind – allerdings anders als sie meinen. Marianne Koch, die Gute, die Allseitskompetente, hat in der Sendung sehr überzeugend dargestellt, wie aus der Wahrnehmung und falschen Interpretation von ganz normalen Körpersignalen ein teuflischer Kreislauf entsteht, der die Menschen in die Invalidität treiben kann, falls sie nicht Hilfe von jemandem bekommen, der diesen Kreislauf erkennt und unterbricht.

Später durfte dann Margarete Schreinemakers noch berichten, wie sie beim Joggen umgefallen ist, und als schließlich darüber diskutiert wurde, wie gesund ein Apfel ist und ob es sich empfiehlt, fünf mal am Tag kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, bin ich ins Bett gegangen.

Was niemand gefragt hat: Warum wollen wir eigentlich gesund bleiben und alt werden. Was stellen wir an mit der Zeit, die wir durch Obst und Joggen und Omega-3 gewinnen? Vielleicht wäre das auch mal ein Thema für Sandra Maischberger.

Statistiken

Dienstag, 26. Januar 2010

Was sind psychische Störungen? In Amerika legt das das “Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders” fest. In Europa ist es die ICD (ausgeschrieben ”International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”), in der vom Krebs bis zum Gelbfieber alles beschrieben ist, was dem Mensche zustoßen kann. Der Nummernkreis F00 bis F99 ist dabei den psychischen Störungen vorbehalten. Jeder Psychiater und jeder Psychotherapeut muss seine Diagnose in diesem System einordnen, wenn er die Kosten für seine Behandlung von der Krankenkasse erstatten haben will.

Kennen Sie eigentlich jemanden, der psychisch krank ist oder war? Nein? Vielleicht interessieren Sie dann folgende Zahlen:

  • Die Lebenszeitprävalenz psychischer Erkrankungen, das ist der Prozentsatz der Bevölkerung, der innerhalb des gesamten Lebens mindestens einmal eine psychische Störung entwickelt, liegt bei rund 43 Prozent. Das heißt: fast jeder zweite in unserer Gesellschaft wird zumindest einmal im Leben psychiatrisch krank. Die häufigsten Krankheiten sind dabei Angsterkrankungen und Depressionen.
  • Die sogenannte 12-Monats-Prävalenz, das ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine beliebige Person innerhalb eines Jahres an einer psychischen Krankheit leidet, liegt bei über 30 Prozent.
  • Die 1-Monats-Prävalenz liegt bei rund 20 Prozent.
  • Rund ein Viertel aller Patienten, die ihren Hausarzt aufsuchen, leiden nicht an einer körperlichen, sondern an einer seelischen Krankheit.

Komisch eigentlich. Wenn man die Leute fragt, geht es allen gut.

Go, Go, Go

Montag, 25. Januar 2010

Go, go, go, said the bird: human kind

Cannot bear very much reality.